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Beziehungen zu Deutschland

29.01.2018 - Bildergalerie

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2018

Politik

Die Bundesrepublik Deutschland und die Volksrepublik China haben 1972 diplomatische Beziehungen aufgenommen.

Seitdem haben sich diese Beziehungen zu großer Vielfalt, beachtlicher Dichte und zunehmender politischer Substanz entwickelt - sie sind freundschaftlich und gut. Deutschland vertritt ebenso wie alle EU-Partner eine Ein-China-Politik. China ist der wichtigste Wirtschaftspartner Deutschlands in Asien, Deutschland ist Chinas wichtigster Handelspartner in Europa. Angesichts der wachsenden Unsicherheitsfaktoren, internationalen Krisen und globalen Herausforderungen kommt der Zusammenarbeit und Abstimmung der beiden strategischen Partner Deutschland und China eine immer größere Bedeutung zu. China sieht Deutschland nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch als seinen Schlüsselpartner in Europa. Regelmäßige hochrangige politische Abstimmung und dynamische Handelsbeziehungen, Investitionen, Umweltzusammenarbeit, kultur- und wissenschaftspolitische Zusammenarbeit prägen die Beziehungen.

Seit 2004 werden die deutsch-chinesischen Beziehungen daher als ‘Strategische Partnerschaft in globaler Verantwortung‘ bezeichnet, die mit dem Staatsbesuch des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in Deutschland Ende März 2014 zu einer 'umfassenden strategischen Partnerschaft' angehoben wurden. Seit 2011 finden regelmäßige Regierungskonsultationen statt, zuletzt im Juni 2016, an der die beiden Kabinette unter Leitung der Regierungschefs zusammenkommen.

Darüber hinaus gibt es insgesamt über 80 Dialogmechanismen, davon viele auf hoher Regierungsebene, zwischen Fachministern, Staatssekretären und Leitern von Regierungsbehörden. Wichtige Abstimmungsformate sind die strategischen außenpolitischen und sicherheitspolitischen Dialoge der Außenminister und der hochrangige finanzpolitische Dialog der Finanzminister und Notenbankchefs.

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung unserer bilateralen Beziehungen bestehen weiterhin grundsätzliche Meinungsunterschiede im Bereich der Menschenrechte, insbesondere zu den persönlichen Freiheitsrechten. Es bleibt ein wichtiges Interesse Deutschlands, dass China sich innenpolitisch weiterentwickelt, rechtsstaatliche Strukturen und Sozialsysteme entwickelt, mehr politische und ökonomische Gerechtigkeit, vor allem auch grundlegende Freiheitsrechte, zulässt und Minderheitenfragen friedlich löst. Ein wichtiges Kooperationsinstrument zur Entwicklung von mehr Rechtsstaatlichkeit ist der Rechtsstaatsdialog. Ebenso wichtig ist der jährliche bilaterale Menschenrechtsdialog.

Rechtsstaatsdialog und Menschenrechtsdialog

Der deutsch-chinesische Rechtsstaatsdialog geht auf eine Vereinbarung des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Zhu Rongji vom November 1999 zurück. Er soll für den Aufbau eines Rechtsstaats und die Durchsetzung der Menschenrechte in China einen langfristigen Ansatz bieten. Koordinatoren des Rechtsstaatsdialogs sind auf deutscher Seite das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, auf chinesischer Seite das Rechtsamt des Staatsrats.
Einmal im Jahr findet ein Symposium statt, bei dem deutsche und chinesische Regierungsvertreter und Experten über ein aktuelles rechtliches Thema debattieren. Das letzte deutsch-chinesische Rechtsstaatssymposium fand unter Leitung des damaligen Bundesjustizministers Maas und dem Leiter des chinesischen Rechtsamts des Staatsrats, Minister Song, im Mai 2017 in China zum Thema Insolvenzrecht  statt.
Die aus diesem Dialog herrührenden Erkenntnisse und Anregungen haben Einfluss auf die Ausgestaltung von Rechtsnormen in China gehabt und unterstützen damit auch die Bestrebungen der chinesischen Regierung, Rechtsnormen in bestimmten Bereichen durchzusetzen.

Der Menschenrechtsdialog fand zuletzt vom 6.-9. November 2016 in Berlin und Traunstein statt. Im Vordergrund der Gespräche standen die Umsetzung von Rechtsstaatlichkeit, insbesondere der Zugang zu Rechtsanwälten und die Rechte von Anwälten sowie Beschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit, der Einsatz von Folter sowie die Menschenrechtslage in Tibet, einschließlich Einzelfälle.

Wirtschaft

Mit einem Handelsvolumen von 186,6 Mrd. Euro war China 2017 zum zweiten Mal in Folge der wichtigste Handelspartner Deutschlands, vor den Niederlanden (177,3 Mrd. EUR) und den Vereinigten Staaten (172,6 Mrd. EUR). Im Jahr 2017 wurden Güter im Wert von 86,2 Mrd. EUR von Deutschland nach China exportiert. Somit ist China das drittgrößte Abnehmerland deutscher Waren im Jahr 2017, nach den Vereinigten Staaten (111,5 Mrd. EUR) und Frankreich (105,2 Mrd. EUR). Mit einem Importvolumen von 100,5 Mrd. EUR ist China das wichtigste deutsche Lieferland im Jahr 2017, gefolgt von Niederlanden (91,4 Mrd. EUR) und Frankreich (64,2 Mrd. EUR). (Quelle: destatis).

Der Umbau der bisher exportgetriebenen chinesischen Wirtschaft hin zu einem nachhaltigen, innovationsgetriebenen Wachstum und einer Stärkung des Binnenkonsums bietet für die deutsche Wirtschaft große Chancen. China ist (nach USA und Frankreich) der drittgrößte Abnehmer deutscher Exportprodukte und der weltweit wichtigste Absatzmarkt für deutsche Maschinen. China ist für das Automobilgeschäft insgesamt der größte Einzelmarkt  der Welt. Allein die Volkswagengruppe verkaufte 2017 in China 4,18 Mio. Fahrzeuge. In keinem anderen Land werden mehr deutsche Kraftfahrzeugteile abgesetzt als in China. Die deutschen Elektrotechnik-Ausfuhren nach China  betrugen 2016 11,3 Mrd. EUR, Maschinen wurden in demselben Jahr im Wert von 15,1 Mrd. EUR verkauft und der Export von Kraftfahrzeugen/ Landfahrzeugen lag bei 19,9 Mrd. EUR. 

Investitionen

Die deutsche Wirtschaft engagiert sich bis heute deutlich stärker in China als China in Deutschland. Derzeit sind in Deutschland rund 900 chinesische Unternehmen tätig. Dem stehen über 5.000 deutsche Unternehmen in China gegenüber. Insgesamt haben deutsche Unternehmen bis heute um ein Vielfaches mehr in China investiert als umgekehrt, allerdings sind stark gestiegene chinesische Aktivitäten in Deutschland sind feststellbar, auch aufgrund der globalen Investitionsstrategie der chinesischen Regierung („Going-Global-Strategie“), die ausländische Investitionen der chinesischen Wirtschaft ermutigt und flankiert.  Trotz der zurückgegangenen Anzahl der gekauften deutschen Unternehmen (54 gegenüber 68 im Vorjahr) haben chinesischen Investoren i.H.v. 13,7 Mrd. USD im Jahr 2017 in größerem Umfang als im Vorjahr investiert. Für Investitionen in Deutschland spielt ferner die Erfüllung der industriepolitischen „Made in China 2025“-Strategie eine Rolle, die sich den Fortschritt Chinas in maßgeblichen Schlüsseltechnologien zum Ziel setzt. Im ersten Halbjahr 2017 haben chinesische Investoren innerhalb der EU die meisten Unternehmenskäufe in Deutschland getätigt.

Schwerpunkte des chinesischen Engagements in Deutschland sind die Bereiche Maschinenbau, Elektronik, Konsumgüter und Informations- und Kommunikationstechnologie. 

China hat in den letzten Jahren sehr erfolgreich ausländische Direktinvestitionen eingeworben, gleichwohl müssen noch immer Transparenz und Investitionssicherheit erhöht werden, um den Investitionsstandort besonders für mittelständische Unternehmen attraktiv zu halten. Investoren erwarten mehr Vertragsfreiheit und gleiche Marktzugangsbedingungen, insbesondere denselben Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen wie chinesische Unternehmen. Vor allem auch im bisher stark reglementierten, aber auch stark wachsenden Dienstleistungssektor (Banken, Versicherungen, Logistik und Handel) wird sich zeigen, ob die Reformpläne der chinesischen Regierung eine Verbesserung bringen. Bislang ist ausländischen Unternehmen der Zugang zu vielen interessanten Tätigkeitsfeldern rechtlich verschlossen und/oder faktisch nicht möglich.

In China regelt bis heute ein ausführlicher Investitionskatalog für ausländische Unternehmen für jedes Marktsegment, ob und in welcher Form ausländische Investitionen willkommen sind. Er enthält eine ausführliche Liste von Sektoren, die in drei Kategorien eingeordnet werden können und danach entweder 1. verboten sind, 2. eingeschränkt zulässig sind, 3. gefördert werden. Nicht aufgezählte Vorhaben sind grundsätzlich erlaubt. Allerdings enthält der Katalog keine gesetzlich verbindlichen und zudem auch keine abschließenden Vorgaben. Im September 2017 trat ein revidierter Katalog für ausländische Investitionen (Foreign Investment Industrial Guidance Catalogue) in Kraft. Für deutsche Investoren ergeben sich daraus jedoch keine signifikanten Verbesserungen. Die Marktzugangsbeschränkungen in China im Vergleich zu denen in der EU bleiben insgesamt asymmetrisch zum Nachteil ausländischer Investoren ausgestaltet.

Seit 2005 gibt es ein bilaterales deutsch-chinesisches Investitionsschutzabkommen, das die Rahmenbedingungen für beiderseitige Investitionen regelt und eine gleichberechtigte Investitionslage herstellen soll. Zwischen der EU und China wurden im November 2013 Verhandlungen über ein umfassendes Investitionsabkommen aufgenommen, das neben Regelungen zum Investitionsschutz auch Verbesserungen im Marktzugang erhalten soll. Die Verhandlungen darüber dauern an.

Außenwirtschaftsförderung

Im Rahmen der Förderung deutscher Außenwirtschaftsinteressen in China sind neben der Deutschen Botschaft Peking und den Generalkonsulaten in Hongkong, Shanghai, Guangzhou (Kanton), Chengdu und Shenyang auch Delegiertenbüros der Deutschen Wirtschaft (unter dem Dach des Auslandskammerwesens des Deutschen Industrie- und Handelskammertags - DIHK) tätig, ferner Auslandsmitarbeiter von 'Germany Trade and Invest' (GTAI) für den Außenwirtschaftsbereich in Peking, Shanghai und Hongkong sowie für den Investitionsförderbereich in Peking und Shanghai.

Delegiertenbüros und die Büros von 'Germany Trade and Invest' arbeiten eng mit der Deutschen Botschaft in Peking und den deutschen Generalkonsulaten zusammen. Deutsche Unternehmen in (Festland-) China haben sich in einer Kammer organisiert, deren Geschäftsführung in Personalunion von den Delegierten der Deutschen Wirtschaft in Peking wahrgenommen wird. In Hongkong besteht eine 'German Business Association'.

Energie, Umwelt und Klima

Der Aufbau einer „ökologischen Zivilisation“ ist ein Leitbild der aktuellen Führung unter Xi Jinping. Diese soll angesichts der Umwelt- und Ressourcenprobleme wirtschaftliche Entwicklung und Modernisierung, Industrie, Landwirtschaft, Urbanisierung und Ökologie besser als bislang miteinander verbinden. Die chinesische Zentralregierung setzt daher in ihrem aktuellen Fünf-Jahresplan stärker auf nachhaltiges und qualitatives statt auf rein quantitatives Wachstum. 

Zentrale Fragen, denen sich die Volksrepublik China daher stärker widmet, sind die Modernisierung der Umweltpolitik, die Verbesserung der Luftqualität, eine umweltfreundlichere Energiepolitik einschließlich des Ausbaus nicht-fossiler Energien, die Verbesserung der Energieeffizienz in allen Bereichen, Maßnahmen zum Klimaschutz (Emissionsreduzierung sowie Anpassung an den Klimawandel) und die Bewältigung der aus dem nach wie vor hohen Urbanisierungsdruck innerhalb Chinas resultierenden Probleme. Der Zustand von Umweltgütern macht diese Notwendigkeit deutlich: anhaltend hohe Luftverschmutzung in weiten Teilen Chinas, zunehmend sichtbare Probleme der Wasserverfügbarkeit und -qualität und deren negativer Einfluss auf die Landwirtschaft sowie schlechte Bodenqualitäten. Der absehbar in den nächsten Jahren steigende Energieverbrauch verstärkt den Handlungsdruck.

Durch die Vorreiterrolle, die Deutschland in vielen Bereichen des Klima- und Umweltschutzes sowie der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz einnimmt, ergibt sich eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten für eine Partnerschaft mit China.

Zwischen Deutschland und China besteht seit 2006 eine Energiepartnerschaft, die 2013 mit zwei Abkommen vertieft worden ist. Ziel ist es, den politischen Dialog zu fördern und eine Plattform für fachlichen Informations- und Erfahrungsaustausch zu bieten. Mit der Internationalen Klimainitiative unterstützt die Bundesregierung zahlreiche Klimaschutzprojekte. Dies umfasst unter anderem die Beratung Chinas zur Einführung eines Emissionshandelssystems, zum Aufbau karbonarmer Transportsysteme, kohlenstoffarmer Landnutzung sowie Fortbildungsmaßnahmen für Entscheidungsträger. Im Rahmen einer jährlich stattfindenden Arbeitsgruppe zum Klimaschutz tauschen sich beide Länder intensiv über aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen aus. Grundlage ist ein zwischen beiden Ländern 2009 vereinbartes 'Memorandum of Understanding' über eine Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Klimaänderungen.

Seit 2013 besteht eine bilaterale Urbanisierungspartnerschaft, um den Urbanisierungsprozess in China über konkrete Projekte nachhaltig zu gestalten. Hieraus ergeben sich viele Anknüpfungspunkte und Chancen für die Wirtschaft.

Entwicklungszusammenarbeit

China hat in Folge der 1978 eingeleiteten Öffnungspolitik und den schrittweisen Wirtschaftsreformen über 600 Mio. Menschen aus der Armut befreit. Arm ist in China, wer weniger als 2300 RMB (ca. 300 Euro) pro Jahr zur Verfügung hat. Im 13. Fünfjahresplan hat China sich verpflichtet, bis 2020 auch die noch verbliebenen rund 43 Mio. Chinesen aus der Armut zu befreien. Sollte dies gelingen, würde China dieses zentrale Entwicklungsziel zehn Jahre früher erreichen als in der Agenda 2030 vorgesehen. 

Infolge dieser Entwicklung beschloss die Bundesregierung 2009, die  klassische Entwicklungszusammenarbeit mit China zu beenden. In Zukunft kommt es vielmehr darauf an, China stärker in die Lösung globaler Entwicklungsfragen und in internationale Verantwortungssysteme einzubinden. Dies gilt insbesondere für seine Rolle als neuer Geber von Entwicklungshilfe. Die Bundesregierung will mit China verstärkt in Dialoge über globale Entwicklungsfragen eintreten und neue Formen der Zusammenarbeit, etwa trilaterale Kooperationen, etablieren. Zu diesem Zweck wurde  am 11. Mai 2017 das Zentrum für nachhaltige Entwicklung in Peking eingerichtet.

Wissenschaft und Technologie

2018 wird die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China 40 Jahre alt. Sie ist in diesem Zeitraum immer weiter ausgebaut und intensiviert worden. Mit Veröffentlichung einer eigenen China-Strategie im Oktober 2015 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und  der Deutschland-Strategie des chinesischen Forschungsministeriums im Herbst 2016 haben beide Länder einen kohärenten und systematischen Rahmen für ihre wissenschaftliche Partnerschaft entwickelt. Auch in der beruflichen und akademischen Bildung arbeiten Deutschland und China seit vielen Jahren zusammen. 

Für die nachhaltige Restrukturierung der Wirtschaft hat die chinesische Regierung die Rolle der Innovation ins Zentrum gestellt. Passend dazu steigen die Gelder, die für F&E aufgewendet werden, kontinuierlich an, zahlreiche staatliche Initiativen geben mit ambitionierten Zielen den Weg vor. Hierzu zählen z. B. die Strategie „Made in China 2025“ und die Einrichtung von Innovationszonen und -clustern. Deutschland ist auch in diesen Bereichen häufig Präferenzpartner. Die 2017 neu gestartete strategische Innovationspartnerschaft fokussiert mit der Deutsch-Chinesischen Plattform Innovation auf den Erfahrungsaustausch von Experten sowie die Identifizierung gemeinsamer Zielen im Bereich Innovationspolitik. Für Ende Februar 2018 ist die 5. Deutsch-Chinesische Innovationskonferenz in Peking geplant.

Eine wichtige Rolle in der Wissenschaftskooperation spielen die deutschen Wissenschaftsorganisationen. In China sind vor allem die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG, die Fraunhofer-Gesellschaft FhG und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren HGF aktiv. 

Ernährung und Landwirtschaft

China ist seit 2011 der weltgrößte Markt für Lebensmittel, noch vor den USA. Seit 2004 ist China zunehmend auf Importe angewiesen und vom Nettoexporteur zum Nettoimporteur von Agrar- und Nahrungsmittelprodukten geworden. Vor allem Getreide und Soja als Futtermittel für die Erzeugung von Lebensmitteln tierischen Ursprungs wurden verstärkt importiert, aber in immer größerem Umfang auch verarbeitete Lebensmittel selbst. 

Der chinesische Markt blieb auch 2016 für die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft ein attraktiver Absatzmarkt. Der Anteil  der Exporte deutscher Ernährungsgüter an den Gesamtexporten Deutschlands nach China stieg in den letzten drei Jahren von 1,6% auf zuletzt 2,6%. Die deutschen Agrarexporte nach China legten wertmäßig sogar um 30% im Vergleich zum Vorjahr zu und erreichten einen Betrag von 1,765 Mrd. Euro. Der Handel der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit China hat sich damit in den letzten vier Jahren bis 2016 knapp verdoppelt. Für 2017 wird allerdings nach ersten Schätzungen mit einem leichten Rückgang der Gesamtexporte gerechnet, die vor allem durch den starken Rückgang bei den Schweinefleischexporten nach China – dem wichtigsten landwirtschaftlichen Exportprodukt – bedingt sind. Ursache hierfür waren hohe Weltmarktpreise, Sperren deutscher Betriebe, die Preiskonkurrenz zu Substituten und konkurrierenden Exporteuren sowie eine Erholung der eigenen chinesischen Schweinefleischerzeugung nach dem durch Umweltauflagen bedingten Produktionsrückgang der Vorjahre. Die wichtigsten Exportfelder in 2016 für Deutschland waren Erzeugnisse tierischen Ursprungs (1,2 Mrd. €, + 40%), hierunter  insbesondere Fleisch und Fleischwaren (887 Mio. EUR, +65%), Milch und Milcherzeugnisse (258 Mio. EUR, -8%), aber auch Backwaren (166 Mio. EUR, +25%), sowie Bier (173 Mio. EUR; + 14%).

Die bilateralen Projekte des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft werden von dem im Jahr  2015 gegründeten Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum DCZ koordiniert. Das DCZ dient als Plattform für den agrarpolitischen und agrarwirtschaftlichen Dialog. Hierzu zählen auch die Durchführung von Workshops und Seminaren über Fachthemen wie die Agrarsubventionspolitik oder die Durchführung der deutsch-chinesischen Agrartage. Der Beginn der zweiten Projektphase des DCZ ist zum 01.04.2018 vorgesehen. BMEL plant auch die Fortführung des laufenden Forstprojekts, um die Einführung einer nachhaltigen Forstwirtschaft im Rahmen von Pilotregionen modellhaft aufzuzeigen und zu fördern. Ergänzt werden diese Initiativen durch gemeinsame erfolgreiche Agrarforschungsaktivitäten und Projekte in den Bereichen Pflanzenbau und moderne Landtechnik, Tierzucht und Forstwirtschaft, in deren Rahmen ein reger Wissensaustausch auch unter Einbeziehung von Partnern relevanter Industriezweige stattfindet. 

Kultur

Seit Beginn der Reform- und Öffnungspolitik hat sich China schrittweise auch für ausländische Kultur geöffnet. Gleichzeitig engagiert sich die chinesische Regierung seit einigen Jahren verstärkt dafür, die eigene Sprache und Kultur im Ausland zu verbreiten; sie sieht hierin einen Beitrag zur Völkerverständigung und zur Verbesserung des China-Bildes im Ausland. Diese Aufgabe nehmen sowohl staatliche Kulturinstitute ('Kulturzentren') als auch die meist als Universitätskooperationen organisierten Konfuzius-Institute wahr.

Deutschland richtet in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik besondere Aufmerksamkeit auf China. Zahlreiche deutsche Kultur- und Bildungsmittler sind in China vertreten, darunter das Goethe-Institut in Peking und Shanghai sowie neun Goethe-Sprachlernzentren als Kooperationen zwischen dem Goethe-Institut und chinesischen Bildungseinrichtungen, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, das Deutsche Archäologische Institut, das Buchinformationszentrum, die Akademische Prüfstelle sowie verschiedene private Stiftungen.

Der privat organisierte Kulturaustausch gewinnt an Bedeutung: So sind im Bereich der darstellenden Kunst zahlreiche hervorragende deutsche Orchester, Opern und Ballettcompagnien in den letzten Jahren auf Tournee in China gewesen. Gleiches gilt für die bildende Kunst; neben großen Ausstellungen mit staatlicher Unterstützung leisten private Galerien und Kunstmessen einen wichtigen Beitrag. Aber auch der staatlich unterstützte Kulturaustausch wurde im September 2017 durch die Ausstellung „Deutschland8“ in Peking fortgesetzt, nachdem im Jahr 2015 die Ausstellung „China8“ in Nordrhein-Westfalen gastierte.

Am 24. Mai 2017 fand in Peking die erste Sitzung des „Hochrangigen deutsch-chinesischen Dialogs zur Förderung und Unterstützung des gesellschaftlich-kulturellen Austauschs“ (People-to-People-Dialog) unter dem Ko-Vorsitz von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und Vize-Premierministerin Liu Yandong mit über 500 Teilnehmern statt. Durch den Dialog sollen die Rahmenbedingungen für den zivilgesellschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und China in den Bereichen Bildung, Kultur, Sprache, Medien, Sport und Jugend verbessert werden.

Bildung

Die Initiative 'Schulen: Partner der Zukunft' (PASCH) wird in China sehr erfolgreich umgesetzt. Gegenwärtig werden mehr als 120 chinesische Schulen mit verstärktem Deutschunterricht durch das Goethe-Institut und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen mit eigenen Fachkräften vor Ort betreut. Der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz unterstützt diese Initiative durch jährlichen Schüleraustausch und Lehrerfortbildungen.

In Peking, Shanghai, Changchun und Hongkong gibt es von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen zertifizierte Deutsche Auslandsschulen. 

Aktuell bestehen laut Hochschulkompass über 1.200 bilaterale Kooperationen zwischen deutschen und chinesischen Hochschulen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) koordiniert und unterstützt den akademischen Austausch in beide Richtungen mit Stipendien- und Beratungsangeboten für Studierende und Wissenschaftler. Der DAAD ist in China mit einer Außenstelle in Peking, Informationszentren in Shanghai, Kanton und Hongkong, sowie mehr als dreißig Lektoren und Sprachassistenten an chinesischen Universitäten vertreten.

Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung, die Stipendien an hochbegabte Wissenschaftler vergibt, unterhält in China ein Netzwerk von mehr als 1350 Humboldtianern. Laut der letzten verfügbaren Statistik des chinesischen Bildungsministeriums studierten im Jahr 2016 rund 8.150 Deutsche in China. Dem stehen etwa 37.600 Chinesinnen und Chinesen gegenüber, die 2017 an deutschen Hochschulen studierten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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