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Stadt Chongqing - 重庆

08.03.2018 - Artikel

Daten und Fakten zur Kultur und Wirtschaft der regierungsunmittelbaren Stadt Chongqing

Daten & Fakten

View of Chongqing
View of Chongqing© GK Chengdu/Schmidt

Nachdem Chongqing lange eine kleine Hafenstadt war, wurde es von den kulturellen und historischen Entwicklungen in Sichuan beeinflusst. So sieht sich die Stadt als Teil des Ursprungs der Kultur und Geschichte Chinas. Tief verwurzelt sind die Erinnerungen an die Kriegszeit 1937-1945, während der Chongqing als provisorische Hauptstadt und Sitz der chinesischen Regierung eine der am heftigsten bombardierten Städte weltweit war. Im Rahmen der Öffnungspolitik nach 1978 hat die Region Südwestchina Pioniercharakter für kulturelle Entwicklungen. Heute ist Chongqing die bevölkerungsreichste Stadt der Erde und betreibt als regierungsunmittelbare Stadt derzeit eine ambitionierte Öffnungspolitik. Die Stadt hat eine Modellfunktion inne für Urbanisierung sowie eine Sonderfunktion im politischen System Chinas. Bis zum Jahr 2010 wurden über 100 Mrd. Euro in Infrastrukturprojekte investiert. Chongqings Status als regierungsunmittelbare Stadt erleichtert zudem die Zusammenarbeit mit der Zentralregierung. Gleichzeitig ist Chongqing Kernelement der „One Belt One Road“ (OBOB) Initiative sowie der „Yangtse Economic Belt Initiative“.

Derzeitiger Parteisekretär Chongqings ist seit Juni 2017 Min'er CHEN (陈敏尔). Oberbürgermeister ist seit Januar 2018 Liangzhi TANG (唐良智).

Seit 2004 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Chongqing  und Düsseldorf. Wirtschafts- und Handelskontakte haben seit Ende der 1990er Jahre das Feld für eine Partnerschaft bereitet. 2001 mündete der Wunsch Chongqings nach engeren Beziehungen mit Düsseldorf als Zentrum der Rhein-Ruhr-Region in einer Vereinbarung über die freundschaftliche Zusammenarbeit. Im Jahr 2001 eröffnete die Messe Düsseldorf ein Büro in Chongqing. Am 22. Juli 2004 wurde die Verbindung der beiden Städte offiziell durch einen Partnerschaftsvertrag besiegelt.

Investoren aus Hongkong und Macau planen im Jiangbei Distrikt am Ufer des Yangtses die Eröffnung einer „German City“. Ziel hiervon ist unter anderem die Ansiedlung deutscher Unternehmen – Siemens hat im August bereits sein Interesse an einem Engagement bekundet.




Wirtschaft & Infrastruktur

 

Aktuelle Wirtschaftslage

People's Liberation Monument, Chongqing World Financial Center as seen from Jiefangbei square.
People's Liberation Monument, Chongqing World Financial Center as seen from Jiefangbei square.© GK Chengdu


  • Dominierend ist derzeit der Bau motorisierter Zweiräder, der über 30% der Gesamtproduktion Chinas ausmacht und ein Drittel der Industrieproduktion Chongqings darstellt
  • 10% der chinesischen Automobile werden in Chongqing hergestellt
  • Die wichtigsten Sektoren sind  die Metall-, Chemie- und Textilindustrie
  • Seit 2004 überzeugt Chongqing wie der gesamte Südwesten Chinas mit Wachstumsraten deutlich über dem Landesdurchschnitt
  • Chongqing bildet eine Sonderwirtschaftszone
  • BASF, HP, Chevron, Ford und Toyota sind die größten ausländischen Investoren
  • Seit 2017 ist Chongqing eine Freihandelszone in der Pilotphase


Ausbau und Erweiterung der Infrastruktur

  • Verbesserte Transportwege (Schiene, Straße, Wasser, Luft) und geringe Kosten (ca. 30% geringer als an der Küste) sind wichtige Standortaspekte
  • Ein Viertel der Erdgasreserven Chinas liegen in Chongqing
  • Es bestehen große Lagestätten von Kohle, Strontium, Bauxit und Mangan
  • 2010 wurde eine Ölpipeline aus Myanmar über Kunming nach Chongqing fertiggestellt
  • Das Staugebiet des Dreischluchtenstaudamms liegt in Chongqing
  • Eine direkte Frachtzugverbindung verbindet Chongqing mit Duisburg seit 2012


Deutsche Unternehmen in Chongqing (exemplarisch)

  • BASF:  
    • Eröffnung im Jahr 2015; Investitionsvolumen von 860 Mio. EUR
    • Produktion von Methylendiphenyldiisocyanat (MDI)
  • Webasto:
    • Eröffnung im Jahr 2013
    • Gesamtfläche von 16.000 m² und Investitionsvolumen von 6,4 Mio. EUR
    • Jährliche Fertigung von rund 700.000 Schiebe- und Panoramadächern
  • Brose:
    • Inbetriebnahme 2012 als siebte Produktionsstätte in China
    • Produktion von Sitzsystemen, Fensterhebern und Schließsystemen mit rund 250 Mitarbeiter
  • Duravit:
    • 2003 Eröffnung eines Keramikwerks als ersten Ableger in China
    • Nach Erreichen der Kapazitätsgrenze wurde im September 2017 ein neues Werk mit 60.000 m² und einem Investitionsvolumen von rund 56 Mio. EUR eröffnet
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