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Rede des Botschafters anlässlich des Empfangs zum Tag der Deutschen Einheit

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TdE © Deutsche Botschaft Peking

24.09.2026 - Artikel

Exzellenzen,

liebe Gäste,

es ist mir eine große Ehre, heute Nachmittag mit Ihnen den Tag der Deutschen Einheit begehen zu dürfen.

Wir feiern etwas verfrüht, eigentlich ist unser Nationalfeiertag erst nächste Woche, aber wir haben uns wegen der anstehenden chinesischen Feiertage und des herrlichen Wetters entschieden, Sie für heute einzuladen.

Dass dieser Abend so gelungen ist, verdanken wir auch unseren Sponsoren, die uns so großzügig unterstützt haben.

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TdE © Deutsche Botschaft Peking

Wir denken am 3. Oktober an den Tag, an dem vor 36 Jahren die deutsche Einheit wieder hergestellt wurde. Ich selbst erinnere mich gut an das Jahr zwischen November 89 und Oktober 90, in dem die Vereinigung zweier deutscher Staaten Wirklichkeit wurde. Ich war Student und von der Geschwindigkeit der Ereignisse so verblüfft wie viele andere meiner Landsleute. In der Rückschau scheint mir das Überraschendste: Dass sich etwas, das lange unveränderlich schien, plötzlich grundlegend ändern kann.

Am 3. Oktober 1990 wurden aus zwei deutschen Staaten einer. Und praktisch niemand aus meiner Generation hätte das für möglich gehalten. Dafür sind wir bis heute dankbar.

Meine Damen und Herren,

heute mit Ihnen allen zu feiern ist mir auch deshalb eine Ehre, weil es mein erstes Mal als Botschafter Deutschlands in China ist. Ich bin erst seit gut einer Woche in diesem faszinierenden Land. Schon in dieser Woche habe ich viel erlebt, die Größe, die Modernität, aber auch die spannende Geschichte Pekings, die Stadt, die so viel Altes aber auch so viel Neues anzubieten hat. Ich entdecke gerade die chinesische Kunst und Architektur, chinesisches Essen und vor allem: chinesischen Tee. Ich freue mich sehr darauf, so viel wie möglich der Volksrepublik kennen zu lernen – ihre einmalige, uralte Geschichte und Kultur, aber auch das China von heute, seine Städte und Landschaften.

Je besser ich und mein Team China kennen und verstehen, desto besser können wir das leisten, wofür wir hier sind: Nämlich die vielfältigen und guten Beziehungen zwischen China und Deutschland positiv zu entwickeln und gestalten.

Die meisten werden sofort an die wirtschaftlichen Verbindungen denken: Ungefähr 5000 deutsche Unternehmen sind in China aktiv. Viele davon sind heute Abend vertreten. Viele finden sich heute in einer anderen Rolle als noch vor wenigen Jahren: Aus chinesischen Kunden und Partnern sind zunehmend globale Wettbewerber geworden – eine eindrucksvolle Entwicklung, die aber für viele der deutschen Betriebe auch nicht einfach ist. Gleichzeitig entstehen dadurch aber auch neue Absatzmärkte für deutsche Technologie und Dienstleistungen.

Wir wollen diese Zusammenarbeit. Wir wollen fairen Wettbewerb und verlässliche Rahmenbedingungen. Und ich bin hier, um gemeinsam mit Ihnen mein Möglichstes zu tun, um diese Rahmenbedingungen in beiderseitigem Interesse zu gestalten. Das sage ich hier als deutscher Botschafter, aber auch als überzeugter Vertreter eines Mitgliedstaates der Europäischen Union – einer Gemeinschaft von engen Partnern und Freunden, die mein Land wie keine andere geprägt und geformt hat.

Aber unsere Beziehungen gehen weit über die Wirtschaft hinaus: ich freue mich besonders darauf, unsere weit zurückreichenden und lebendigen Verbindungen im Kultur- und Bildungsbereich weiter zu gestalten. Goethe Institut und DAAD sind Marken, die hier in China seit langem bekannt sind. Aber auch die Partnerschaften zwischen Museen und Universitäten sind zahlreich – dieses Jahr feiern die Berliner Humboldt-Universität und die Peking Uni den 40. Geburtstag ihrer Partnerschaft.

Meine Damen und Herren,

wir leben heute überall in der Welt in unruhigen Zeiten. Viele Entwicklungen erfüllen uns in Deutschland, Europa und in China mit Sorge. Diplomatie, ja die Beziehungen zwischen Staaten und Menschen, sind vielleicht wichtiger denn je.

Die deutsche Einheit war sicher eine fundamentale Veränderung der politischen Ordnung Europas. Aber sie geschah friedlich: durch den Willen der Menschen, durch Diplomatie und Verhandlungen und am Ende durch Vereinbarungen, die von allen Beteiligten getragen wurden.

Und deswegen war sie zweifelsohne eine positive Veränderung.

Heute dagegen erleben wir in Europa einen furchtbaren Krieg. Russland hat mit seinem Angriff auf die Ukraine grundlegende Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen verletzt – Souveränität, territoriale Integrität und das Gewaltverbot. Der russische Angriffskrieg dauert jetzt schon viereinhalb Jahre und hat weit über eine Million Opfer gefordert. Er hat ein souveränes Land, die Ukraine, mit unerbittlicher, menschenverachtender Kriegsführung entsetzliches Leid zugefügt. Er hat Auswirkungen auf einen ganzen Kontinent – Flüchtlingsströme und hybride Kriegsführung durch Russland in vielen Ländern Europas, darunter auch meinem. Er hat Instabilität und Fragilität auch in unser tägliches Leben gebracht. Deswegen denken wir heute auch an unsere Freundinnen und Freunde in der Ukraine. Deutschland steht fest an ihrer Seite.

Meine Damen und Herren,

wir sollten nicht vergessen: die Lehre von 1990 heißt, Veränderung zum Positiven ist möglich. Und diese Lehre soll uns Hoffnung sein. Ich freue mich jedenfalls sehr, in diesem Geiste die Beziehungen zwischen Deutschland und China mitzugestalten.

Und lassen Sie uns jetzt gemeinsam anstoßen - auf unsere Freundschaft und Zusammenarbeit! Zum Wohl.

Vielen Dank!

Weitere Informationen

Excellencies, Esteemed guests, It’s a great honour for me to celebrate the Day of German Unity with you this afternoon. We’re celebrating slightly ahead of time – our national holiday is actually…

Ambassador’s Speech at the Reception on the Occasion of German Unity Day

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