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Basisinformation zur chinesischen Landwirtschaft

Landwirtschaft China - Getreideernte

Landwirtschaft China - Getreideernte, © picture alliance / Peng nian - Imaginechina

15.01.2018 - Artikel

1. Flächen

Von der Gesamtfläche von 960 Mio. ha werden ca. 645 Mio. ha land- und forstwirtschaftlich genutzt, davon lediglich 134 Mio. ha als Ackerland. Pro Jahr gehen davon für Baumaßnahmen 400.000 ha verloren. Rund 2/3 der Ackerfläche dient dem Getreideanbau mit abnehmender Tendenz zugunsten anderer Früchte. Pro ländlicher Arbeitskraft steht weniger als 0,3 ha Fläche zur Verfügung.

Die forstwirtschaftliche Nutzfläche beträgt 2020 254 Mio. ha, davon 70 Mio. ha durch Aufforstung, Tendenz weiter zunehmend.

Grasland, das rund 257 Mio. ha einnimmt, ist trotz Bemühungen zur Schaffung von „Grüngürteln“ stark von Erosion bedroht. Noch immer dehnen sich die Wüsten, die in China insgesamt gut 270 Mio. ha umfassen (fast 30 % der Gesamtfläche), vor allem im Norden und Nordwesten aus. Besiedelte Flächen und Binnengewässer nehmen weitere rund 45 Mio ha. ein.

2. Bevölkerung

Von der Gesamtbevölkerung von 1,40 Mrd. Menschen leben rund 560 Mio. auf dem Land. Der Anteil der ländlichen Bevölkerung ist in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. Er liegt jetzt (2020) bei 40 % der Bevölkerung. Die Zahl der ländlichen Haushalte liegt bei knapp 200 Mio.

3. Beschäftigung und Einkommen

Die Zahl der ländlichen Arbeitskräfte beträgt 330 Mio. Davon arbeiten 230 Mio. in der Landwirtschaft. Die Anzahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten wird bis zum Jahr 2030 um ca. 50-80 Millionen zurückgehen, aber immer noch rund 150 Millionen Menschen umfassen. Die Zahl der Wanderarbeiter steigt weiter an und lag 2020 bei 291 Mio. (als Wanderarbeiter gelten Personen, die mehr als sechs Monate im Jahr außerhalb ihrer Heimatprovinz beschäftigt sind oder die mehr als sechs Monate im Jahr eine nicht-landwirtschaftliche Tätigkeit innerhalb ihrer Heimatprovinz ausüben). Sehr viele Bauern sind auf ihrem Land nur teilzeitbeschäftigt.

Die Einkommen auf dem Land liegen derzeit bei rund 12.000 RMB/Jahr pro Person. Die städtischen Einkommen liegen dahingegen bei rund 35.000 RMB/Jahr. Das Einkommen der Wanderarbeiter liegt bei 32.000 RMB/Jahr. Der Anteil des aus der Landwirtschaft stammenden Einkommens sinkt dementsprechend ständig, er macht mittlerweile deutlich weniger als 50 % der ländlichen Einkommen aus.

4. Produktion

Die Getreideernte ist von rund 500 Mio. t Ende der 90er Jahre auf rd. 602Mio t 2019 gestiegen. Die Produktion von Obst und Gemüse lag 2019 bei 985 Mio. t, die von Fleisch bei 109,7 Mio. t und die von Fischereiprodukten bei 65 Mio. t. China ist der weltgrößte Milchimporteur und mittlerweile drittgrößte Produzent von Milchprodukten, 2019 wurden 33 Mio. t produziert. Der ökologische Anbau nimmt stark zu. Er hat einen Produktionswert von 70 Mrd. RMB und einen Anteil von 3,5 % an der landwirtschaftlichen Produktion.  Problematisch ist in diesem Zusammenhang der übermäßige Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in China. Dieser beträgt ein Drittel des globalen Verbrauches auf weniger als 10 % des weltweiten Ackerlandes und übersteigt den Weltdurchschnitt hiermit um das Doppelte.

5. Fischerei

China ist weltweit größter Fischerzeuger, -exporteur und -konsument. Im Jahr 2019 erreichte die Gesamtproduktion an Fischereierzeugnissen in China 65 Mio. t. China setzt weiterhin auf den zügigen Ausbau der Aquakultur, auf die bereits 73 % der Produktion von Fischereierzeugnissen entfallen. Die Fänge aus den Küsten- und Binnengewässern gehen zurück. Um die Bestände zu schonen, sind Fangverbote und -Beschränkungen, u.a auch am Yangtse-Fluss, eingeführt worden. Die chinesische Regierung fördert den Ausbau und die Erweiterung der Fischereiaktivitäten in den Küstengewässern anderer Länder sowie in der Hochsee. In diesem Zusammenhang wird die chinesische Hochseefischereiflotte laufend massiv aufgestockt und modernisiert.

6. Forstwirtschaft

China ist der weltweit größte Holzimporteur und –exporteur. Ein Drittel aller Holzplantagenfelder weltweit liegen in China. Die Hälfte des Bedarfs, insbesondere für die Zellstoffindustrie sowie Holzfaserplattenherstellung deckt China durch Importe. Nach jahrzehntelanger Übernutzung der Wälder wurden inzwischen jährliche Einschlagsquoten festgelegt, um die Holzressourcen zu schützen.

Zum Schutz vor Hochwasser und Erosion sind in weiten Teilen des Landes Einschlagsverbote und -beschränkungen sowie umfangreiche Aufforstungsprogramme eingeführt worden.

7. Außenhandel

Die Landwirtschaft spielt im Außenhandel Chinas mit einem Anteil von knapp 5 % nur eine untergeordnete Rolle. Mit Exporten von 79,1 Mrd. US$ und Importen von 150,97 Mrd. US$ war das Land auch 2019 klarer Nettoimporteur von Agrarprodukten. Das Handelsdefizit von somit 71,87 Mrd. US$ stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich um rund 26,5 %.

8. Soziale Sicherung

Die soziale Sicherung der ländlichen Bevölkerung ist völlig unzureichend. Eine Altersversorgung existiert nicht; die Bauern werden stattdessen auf ihre Landnutzungsrechte verwiesen. Krankenversichert ist nur jeder 10. Landbewohner. Ihnen stehen weniger als 30 % der Ressourcen des Gesundheitswesens zur Verfügung.

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